Werdender Vater in der Schwangerschaft

Frauen bekommen die Kinder. Die Rolle des Mannes dabei beschränkt sich grundsätzlich auf einen sehr kurzen Moment. In der Folge durchlebt die Frau eine dramatische Veränderung. Die Hormone tanzen und lassen in der Welt der Frau keinen Stein auf dem anderen. Geruchsempfindlich mit komplett verändertem Geschmack leiden die Frauen anfangs unter morgendlicher Übelkeit und später unter Wassereinlagerungen und Rückenschmerzen. Gegen Ende kommt auch noch die Atemnot dazu und wer das Pech hat, im Hochsommer schwanger zu sein, der kämpft mit der Hitze und dem Kreislauf. Als werdender Vater hat man im Vergleich dazu mit wenig Veränderungen zu kämpfen. Allerdings wird auch diese Zeit oft unterschätzt. Während die Gewichtszunahme bei der Frau ganz klare und biologische Ursachen hat, ist die solidarische Steigerung des Körpergewichts beim werdenden Vater nicht ganz so unproblematisch zu erklären.

Hormonflut

Auch kann der Hormonspiegel der Frau für den Mann zu einem alltäglichen Problem werden. Ist man tief in die Schwangerschaft involviert, dann verbringt man viel Zeit damit, ein passendes Duschgel und Aftershave zu suchen. Das bisherige Produkt ist für die Frau plötzlich untragbar geworden. Auch hetzt man nicht nur einmal durch die Nacht um dafür zu sorgen, dass Frau und Nachwuchs ihren Heißhunger stillen können. Während die Rolle des werdenden Vaters allgemein etwas unterschätzt wird, sind die neun Monate Schwangerschaft durchaus eine ernstzunehmende Belastung. Auch der Vater fiebert auf den großen Tag hin. Auch der werdende Vater weiß nicht, was ihn im Kreißsaal ewartet. Und natürlich macht auch ihn diese Ungewissheit und die ständige Angst, dass es dem Kind nicht gut geht, zu schaffen. Als werdender Vater hat man es nicht leicht.

Werdender Vater in der Schwangerschaft auf men-styling.de
Das Baby im Bauch der Mutter braucht Platz. Dass auch der Bauch des Vaters wächst ist häufig, aber schwer zu erklären

Familienoberhaupt werden

Trotzdem hat die Schwangerschaft auch ihre schönen Seiten. Als Vater trägt man eine enorme Verantwortung. Unter anderem ist man dafür zuständig für die Familie ein ordentliches Heim zu schaffen und zu erhalten. Auch wenn die klassischen Rollen von Mann und Frau im 21. Jahrhundert weitgehend aufgelöst sind, so steht außer Frage, dass die Mutter, zumindest in den Woch um die Geburt, ihrer Arbeit nicht nachgehen kann. Mit der Kinderbetreuung fällt ein Teil des Familieneinkommens weg und meist ist es der Vater, der weiterhin arbeitet. Abgesehen von dieser Belastung, setzt auch beim mann ein Nestbautrieb ein. Ohne es zu kennen fühlt man sich als werdender Vater in der Schwangerschaft bereits verantwortlich für sein Kind.

Nestbau

Natürlich ist der Vater bestrebt, seinem Kind das beste Kinderzimmer einzurichten. Man kauft Kindermöbel und sieht sich märchenhafte Leuchten für Kinderzimmer an, die man schließlich bestellt und im Kinderzimmer montiert. Erstes Spielzeug wird angeschafft und statt der Autokataloge blättert man plötzlich durch die Prospekte der großen Kinderwagenhersteller. Auch wenn die körperliche Veränderung beim werdenden Vater auf die rätselhafte unerklärliche Gewichtszunahme beschränkt, so findet auch beim Mann in der Schwangerschaft eine Veränderung statt. Auch er nützt diese neun Monate dafür, sich an die neue Rolle zu gewöhnen und langsam zu einem Vater zu werden.

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Die Zeit der Schwangerschaft verbindet die werdende Mutter und den werdenden Vater. Langsam wächst man in die Rolle als Mutter und Vater

Neun Monate

Eine Beziehung kann in der Schwangerschaft viel an Tiefe gewinnen. Das Kind, das im Bauch der Frau heranwächst, ist auch ein Teil des Vaters. Gemeinsam trägt man die Verantwortung für das ungeborene Kind. Zu zweit legt man die Hand auf den Bauch und spürt die zarten Tritte des kleinen Wesens im Bauch. Gemeinsam spricht man mit dem Bauch und singt ihm Lieder vor. Die Schwangerschaft ist für den werdenden Vater und seine Partnerin eine Zeit der Vorbereitung, der Veränderung und des Wartens. Hat man alles vorbereitet und kann das Kind kommen, dann beginnt die Zeit des Wartens. Gemeinsam achtet man auf jede Verändern, spürt jede Wehe und fiebert auf den Tag der Geburt hin.

Vater werden

Ist es schließlich so weit, dann spielt auch der Vater eine tragende Rolle bei der Geburt. Die Hebammen sind nicht ständig verfügbar und eine sehr lange Zeit ist man über weite Strecken alleine mit seiner Partnerin. Man lernt das CTG zu lesen, gewöhnt sich an das leise Glucksen im Hintergrund und setzt das, was im Geburtsvorbereitungskurs gelernt hat, zusammen mit der Frau um. Man hechelt, atmet und entspannt. Man massiert und beruhigt. Man unterstützt und muntert auf. Bis es endlich soweit ist und das Kind plötzlich da ist. Nach einer sehr langen Phase mit Eröffnungswehen setzt plötzlich die eigentliche Geburt ein. Das Kind bahnt sich seinen Weg aus dem Bauch und erstaunlich schnell ist es da.

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Ein kurzer Moment ändert schließlich alles und plötzlich ist man Vater

Neuer Lebensabschnitt

Ist der neue Erdenbürger erst einmal da, beginnt eine völlig neue Zeit. So wie es war, wird es nie wieder werden. Von der einfachen Autofahrt, über den Einkauf bis hin zur Urlaubsreise folgt plötzlich alles völlig neuen Regeln. Zuerst aber bekommt man als Vater sein Kind das erste mal in den Arm gelegt. Ein kleines zerknautschtes Wesen, das meist von den Strapazen der Geburt müde ist und schläft. Ein Kind, das wunderbar riecht und wunderschön ist. Als Vater trägt man die Verantwortung für diesen Menschen zumindest die nächsten 18 Jahre. Bis man selbst stirbt wird man eine zentrale Bezugsperson für sein Kind sein und sein Verhalten maßgeblich prägen. Eine Aufgabe, die fast unlösbar scheint, aber viel einfacher ist, als man zuerst annimmt.

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