Trachten richtig tragen

Das Münchner Oktoberfest ist eine Institution seit 1810. Auf der Teresienwiese besuchen über 6 Millionen Besucher jedes Jahr die verschiedenen Brauereien, die auf der Wiesn in ihren Zelten das spezielle Oktoberfestbier ausschenken. Das traditionsreiche Fest wird häufig mit übermäßigem Alkoholkonsum und hohen Preisen in Verbindung gebracht. Trotzdem zieht es nach wie vor Besucher aus aller Welt an. Neben dem obligatorischen Bier macht auch die Kleidung den Charme des Festes aus. Man trägt Trachten. Die Damen präsentieren sich im Dirndl und die Herren tragen ebenfalls Tracht. Allerdings kann man in diesem Bereich viel falsch machen. Nachdem das Münchner Original mittlerweile in zahlreichen Städten kopiert wird, gibt es durchaus regelmäßig Gelegenheit die Lederhose zu tragen. Will man als Mann Trachten richtig tragen, dann ist das garnicht so schwer. Man sollte sich allerdings vorab informieren, die richtigen Kleidungsstücke kaufen und sie auch richtig kombinieren.

Lederhose

Zentraler Bestandteil der männlichen Tracht ist die Lederhose. Sie wird in drei Längen getragen. Die Kurze, die üblicherweise verwendet wird, reicht bis über die Knie. Die Kniebundhose verdeckt die Knie und wird dort gebunden. Die lange Lederhose reicht bis zu den Knöcheln. Die erste Wahl ist immer die Kurze. Nachdem zur Lederhose Stutzen getragen werden, braucht man sich um die Kälte keine Sorgen zu machen. Die dicken Wollsocken, die die Waden bedecken und bis zum Knie reichen, sorgen für ausreichend Schutz. Eine Mittelklasse Lederhose wird im Normalfall aus Ziegenleder gefertigt. Auch die Bezeichnung Wildbockleder ist hier gebräuchlich. Aber auch dahinter verbirgt sich Ziegenleder. Billige Modelle gibt es auch aus Schweins-, oder Rindsleder. Diese Leder sind aber nicht sehr strapazierfähig und vergleichsweise rau. Die höchsten Qualitäten der Lederhosen sind aus Reh, Gams, oder Hirschleder gefertigt. Hirschleder ist dabei die beste Variante.

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Die Lederhose ist das Herzstück des männlichen Trachten Outfits. Sie hält ein Lebenlang

Hirschlederne

Die Hirschlederne, also die Lederhose aus Hirschleder, vereint die positiven Eigenschaften einer Lederhose. Die aufwändige Gerbung, die beim hochwertigen Hirschleder mehrere Monate in Anspruch nimmt, macht sie weich und atmungsaktiv. Die Lederhose passt sich im Laufe der Zeit an den Träger an. Aus diesem Grund sollte sie möglichst eng gekauft werden. Sie dehnt sich mit der Zeit und gibt dort nach, wo es notwendig ist. Dadurch trägt sich die Lederhose wie eine zweite Haut. Die billigeren Varianten aus Schweins-, oder Rindsleder kommen an diese Qualität nicht heran. Dafür kostet einen solche Lederhose auch nur einen Bruchteil dessen, was eine hochwertige Hirschlederne kostet. Normalerweise trägt man die Lederhose in Kombination mit Hosenträgern. Die ledernen Hosenträger mit besticktem Querriegel vor der Brust sind aber nicht zwingend erforderlich. Auch ohne Hosenträger kann die Lederhose problemlos kombiniert werden. Will man Trachten richtig tragen, dann kann man die Hosenträger getrost weglassen.

Hemd

Rund um das Oktoberfest gibt es eine ganze Industrie. Neben seriösen Herstellern von Trachtenmoden, bei denen man traditionelle und hochwertige Kleidung erhält, werden auch viele Oktoberfest-Sets angeboten. Neben einer billigen Lederhose erhält man in so einem Set ein kariertes Hemd. Im blau, oder rot karierten Hemd und einer einfachen kurzen Ledehose erscheinen viele der Wiesnbesucher im Einheitslook. Oft fallen hier auch die unpassenden Schuhe auf. Will man Trachten richtig tragen, dann müssen auch die Schuhe passen. Beim Hemd kann man getrost auf die vollflächigen Karomuster verzichten. Will man die Lederhose ungezwungen tragen, dann ist es besser, ein T-Shirt zu wählen, als das Standard-Touristen Hemd zu tragen. Ein zeitgemäßes Trachenhemd ist nicht besonders auffällig. Einfärbig, oder mit dezentem Muster punktet es mit speziellen Knöpfen und setzt an Knopfleiste, Kragen und den Manschetten auf einfache Muster.

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Zur Kniebundhose werden lande Stutzen getragen

Hirschhornknöpfe

Die Knöpfe sind Hirschhorn nachempfunden und zeichnen sich als klarer Kontrast vom Hemd ab. Sie weisen einen dunkelbraunen Ring an der Vorderseite an. In der Mitte sorgt eine hellere Vertiefung mit den Löchern für einen einzigartigen Look. Die Kragenform des Trachtenhemds kann ganz unterschiedlich ausfallen. Vom klassischen Kentkragen bis zum Stehkragen gibt es verschiedene Varianten, die ein modernes Erscheinungsbild unterstreichen. Will man Trachten richtig tragen, dann wird das Hemd mit den Stickereien der Lederhose abgestimmt. Sind die Stickereien beispielsweise in rot gefertigt, dann passt auch ein Hemd mit roten Anteilen. Die Hauptfarbe wird auch bei den Stutzen beachtet. Auch hier darf die Farbe dominieren, die die Stickereien vorgeben. So schafft man ein stimmiges Gesamtbild. Neben Lederhose und Hemd runden aber noch andere Kleidungsstücke das perfekte Trachtenoutfit für den Herrn ab.

Trachtenweste

Über dem Hemd wird die Trachtenweste getragen. Die Trachtenweste für Herren sorgt für ein ordentliches Erscheinungsbild und verdeckt den Hosenbund, wo das Hemd in der Hose steckt. Die Gürtelschnalle bleibt zur Hälfte ersichtlich und auch sonst wird die Lederhose durch die Trachtenweste nicht verdeckt. Die Designs sind ganz unterschiedlich. Traditionelle Stoffmuster, oder schlichte Grautöne ermöglichen es, die perfekte Kombination zusammenzustellen. Trägt man eine Trachtenweste, dann sind Lederhosenträger störend. In diesem Fall wird daher eine Lederhose ohne Hosenträger die bessere Wahl sein.

Trachtenjacke

Statt der Trachtenweste, oder darüber wird eine Trachtenjacke getragen. Es handelt sich um Westen, Lodenjacken, oder Sakkos aus Leinenstoffen. Die Trachtenjacke pass perfekt zur Lederhose. Farblich nimmt man wieder Rücksicht auf die Hauptfarbe des Outfits, kann aber mit einer bunten Trachtenweste einen guten Kontrast schaffen. Während die Trachtenjacke und die Trachtenweste optional sind, gehören zwei weitere Elemente zwingend zum perfekten Trachten-Outfit.

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Die Loferl bestehen aus zwei Teilen. Der kurze Socken und der zweite Teil, der die Waden wärmt

Stutzen und Schuhe

Ein Fehler, den viele Touristen machen, ist es, weiße Sneaker zur Lederhose zu tragen. Will man Trachten richtig tragen, dann müssen auch die passenden Schuhe getragen werden. Konkret sind das Haferlschuhe. Feste Halbschuhe aus Leder mit starkem Profil, die mittig, oder seitlich gebunden werden. Es gibt sie in Braun, oder in Schwarz. Alternativ lässt sich auch ein Bergschuh tragen. Passend dazu trägt man zu den Trachten auch Socken, oder Stutzen. Hier ist wichtig, welche Lederhose getragen wird. Bei der langen Lederhose werden einfache Wollsocken getragen. Zur Kniebundhose kommt ein Stutzen zum Einsatz, der bis über das Knie reicht. Zur kurzen Lederhose gibt es zwei Varianten. Der traditionelle Strumpf zur Lederhose ist geteilt. Er besteht aus einem recht kurzen Fußteil und einem zweiten Teil, der über die Wade gezogen wird. Diesen Teil nennt man auch Loferl.

Trachten richtig tragen

Trachten sind ursprünglich regional sehr unterschiedlich. Da heute viele Menschen, die Trachten tragen, aber keine heimatliche Tracht kennen, sondern in der Stadt leben, hat man viele Möglichkeiten. Trachten richtig tragen heißt also nicht, sich an starre Vorgaben zu halten. Es geht vielmehr darum, die traditionsreichen Kleidungsstücke stilvoll zu kombinieren. So kann man stilsicher auch in Trachten auftreten. Das traditionelle Outfit ist heute nicht nur gesellschaftsfähig geworden. Bei vielen Veranstaltungen steht es, zumindest optional, in der Kleiderordnung. Eine passende Ausrüstung und dass Wissen, wie man Trachten richtig trägt, sollte also jeder Mann haben.

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